Wandern im Erzgebirge - Spaziergang zum Fegeweib vom Katzenstein
Zum legendären Fegeweib vom Katzenstein im Bergdorf Pobershau im Mittleren Erzgebirge

Dies ist eine Empfehlung für einen gemütlichen Spaziergang im Oberen Grund von Pobershau.
Die Wanderführerin Janet Franke-Reichel vom Erzgebirgszweigverein Pobershau/ Rittersberg hat diesen Vorschlag im Rahnmen der Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums - "Spazieren gehen in Deutschland - jeden Tag 3000 Schritte" - eingereicht.
Tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und genießen Sie die 3000 Schritte bis zum Katzenstein!

Charakteristik:
angenehmer Spaziergang

Streckenlänge:
2,9 Kilometer

Start:
Wanderparkplatz am Ausstellungszentrum „Böttcherfabrik“


Wegbeschreibung:

Durch das Bergdorf zur Bergziege
Wir starten unsere etwa 2,9 Kilometer lange Wanderung am Parkplatz des Ausstellungszentrums "Böttcherfabrik". In jener ehemaligen Holzfabrik haben die Gemälde und Grafiken des regionalen Künstlers Max Christoph, eine historische Maschinenbauwerkstatt und ein Puppenmuseum ein neues Zuhause gefunden.
In Richtung Ortszentrum laufen wir circa 150 Meter die Dorfstraße entlang, vorbei am Kultur- und Freizeitpark und an einer ehemaligen Altdeutschen Bäckerei (Dorfstr. 97). Hier überqueren wir die Straße und biegen in die Kühnhaidner Straße ein. Dieser folgen wir circa 500 Meter. Eine Holzschnitzerwerkstatt, das alte Forsthaus und die Alte Schleiferei - heute: Gaststätte "Wildsbergstübel" - liegen auf unserem Weg.
Wir biegen links ab in die Straße "Steinbruchweg", der wir circa 100 Meter folgen.
An der Weggabelung halten wir uns rechts und laufen weiter geradeaus. Im ehemaligen Steinbruch wurde 1992 ein Biotop angelegt. Nebenan hat außerdem eine kleine Herde Ziegen ein neues Domizil erhalten. Mit dabei - in 3. Generation - eine weiße Ziege, die schon viele Abendteuer erlebt hat - liebevoll aufgeschrieben von der Familie Macher ("Hansi - Der Weg in die Freiheit", Pobershau 2000).

Über die Höhen hinauf zum Erzgebirgswald
Nach weiteren 100 Metern folgen wir der Straßenführung und gelangen auf den markierten Wanderweg um den Steinbruch. Von hier genießen wir eine fantastische Aussicht über Pobershau. Wir blicken auf die Amts- und die Ratsseite des Dorfes.
1540 wurde das sogenannte Ratsdorf der Stadt Marienberg gegründet. Bis 1839 wurde Pobershau von vier verschiedenen Verwaltungsgremien geleitet. 1839 waren es noch zwei und 1857 erfolgte der Zusammenschluss zu einer eigenen Gemeinde. 2007 jährt sich dieses Ereignis zum 150. Mal. Die Bezeichnungen Amts- und Ratsseite haben sich also aus der Geschichte des Ortes erhalten.
Der Blick hier oben reicht aber auch bis nach Marienberg und dem benachbarten Niederlauterstein. Nach 200 Metern biegt dieser Weg in den Wald ab. Wir laufen aber weiter geradeaus bis zur nächsten Markierung und biegen erst dann rechts ab. Nun geht es durch eine Wochenendhaussiedlung circa 500 Meter hinauf zum Niederen Hängeweg - einem gut ausgebauten Wanderweg, der aufgrund seiner Breite und Ebenheit auch von Radfahrern bzw. Skilanglauffahrern geschätzt wird.

Durch die Wälder des Katzensteingebietes zum Grünen Graben

Wir biegen jetzt links ab und laufen zunächst den Niederen Hängeweg später dann den Katzensteinweg entlang. Es geht durch einen typischen Erzgebirgsmischwald. Buchen, Fichten, Birken und die Weißtanne wechseln sich ab.
Nach circa 800 Metern erreichen wir den "Grünen Graben" - ein im 17. Jahrhundert künstlich angelegter Zeuggraben zur Gewinnung von Aufschlagwasser für die Erzaufbereitung in unserem Bergdorf. Übrigens, wie die Bergleute hier vor mehr als 400 Jahren ihr Brot verdienten, wird anschaulich im Besucherbergwerk "Molchner Stolln" im Ortszentrum von Pobershau erläutert. Mit Grubenlampe und Kittel kann man sich dort auf die Spuren der Bergarbeiter begeben.
Über ein Kneipp-Becken, das vom Wasser des Grünen Grabens gespeist wird, freut sich an heißen Sommertagen ein jeder Wanderer. Unweit von hier sind auch zwei Wirtshäuser zu finden. Das Berghaus und die Bergschänke am Katzenstein überzeugen die Wanderer mit traditioneller Kochkunst und überraschen ihn mit regionalen Köstlichkeiten.

Entlang des Grünen Grabens zum Katzenstein
Wir biegen nun rechts ab und folgen dem Graben. Nach circa 150 Metern stoßen wir auf den nationalen Wanderweg der deutschen Einheit (weiß/blau) und den Europäischen Fernwanderweg Eisenach - Budapest (weiß/rot [EB]). Diesen Markierungen folgen wir, indem wir links Richtung Katzenstein abbiegen.
Ein Naturlehrpfad begleitet uns mit interessanten Hinweistafeln regionaler Besonderheiten. Im Tal hören wir schon die Schwarze Pockau rauschen, die unweit von hier am Kamm des Erzgebirges entspringt. Sie wird auch als Schwarzwasser bezeichnet, weil ihr Wasser eisenhaltig ist und weil das Moor des Naturschutzgebietes Mothhäuser Heide das Wasser dunkel färbt.
Wir laufen circa weitere 350 Meter bis zur Schutzhütte und halten uns nun rechts. Nach circa 50 Metern haben wir es geschafft: wir stehen auf knapp 700 Meter Höhe und blicken 90 Meter tief ins Tal der Schwarzen Pockau.

Die Sage vom Fegeweib auf dem Katzenstein
Das Fegeweib vom Katzenstein auf dem mechanischen Heimatberg der Schnitzgruppe Pobershau, zu sehen im Gästebüro der Gemeinde. Der Legende nach soll auf diesem Felsen eine Burg gestanden haben. Weil jedoch sein Besitzer ein Schurke war, beschloss man die Burg zu zerstören. Aber die Kanonenkugeln prallten von den Burgmauern ab. Eine Hexe hatte hier ihre Hand im Spiel. Mit einem Besen fegte sie die fliegenden Kugeln aus der Luft hinweg. Die Belagerer wollten ihren Plan schon aufgeben, da fiel einem von ihnen - er war ein Priester - ein Segensspruch ein und siehe da, er konnte die Hexe damit außer Gefecht setzten. Sie verlor ihre Macht und zischte davon. Die Burg aber wurde zerstört. Noch heute aber soll man um Mitternacht bei Mondschein die Hexe beobachten können. Sie fegt dort noch immer den Trümmerhaufen zusammen. Übrigens den Namen bekam der Felsen aufgrund seines Aussehens. Er soll einem Katzenkopf geglichen haben.

Schon mehrere Male wurde aus Sicherheitsgründen ein Teil des Plateaus gesprengt. So verlor zwar der Felsen sein Gesicht, aber blieb und bleibt zu jeder Jahreszeit einer der schönsten Aussichtspunkte des Erzgebirges. Im Tal selbst warten schon die nächsten bizarren Felsformationen. Aber Teufelsmauer und Nonnenfelsen bieten nicht nur dem Wanderer sagenhafte Ein- und Ausblicke.

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Am Startpunkt "Böttcherfabrik"


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Kirch-Blick vom Weg am Steinbruch


gruener-graben-vorn



















Am Grünen Graben


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Alte Katzensteinansicht


fegeweib












Fegeweib auf dem Heimatberg im Gästebüro













   
 
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